Endlich ist es vollbracht, wir haben unsere Webseite umgemodelt. Neues CMS, neue Terminverwaltung, Community- Funktionen, neues Template,...yes! Wie ihr vielleicht schon mitbekommen habt, war auf unserer alten Seite nicht mehr ganz soviel Betrieb. Das lag zum einen an effizienter Energieverwaltung, sprich wir stecken unsere Zeit lieber in das neue Schmuckstück, zum anderen am völlig veralteten CMS, welches uns einiges an Nervenaufreibung beschert hat. Die neue Seite ist nun Online, im Hintergrund wird noch weiter gewerkelt, die Community-Funktion bekommt demnächst noch ein kleines Update verpasst. Die Termine lassen sich nun dank neuer Software besser überblicken und können bspw. nach Location geordnet werden. Im Community-Bereich verhält es sich ähnlich wie bei Facebook oder Studivz, sprich Bilder hochladen, Freunde adden, usw. Über ein Feedback würden wir uns freuen.
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24. Mai 2010

Gerade im Osten hat sich mit den Wirrungen der Wende in Städten wie Berlin oder Leipzig eine lebendige Subkultur entwickelt. Während die VoPo nicht mehr zuständig war und sich die Befugnisse des Westens erst im Aufbau befanden, nutzten viele die Möglichkeit einer Eroberung des öffentlichen Raumes. Musikalisch gings dabei vor allem elektronisch zur Sache und erste Techno-Clubs entstanden. Um die Entwicklung der Technoszene in Gera näher zu beleuchten, haben wir mit Andreas Brünnecke , bekannt under dem Pseudonym Andy Bie, einen Vertreter der ersten Stunde im Gespräch. Ergänzend dazu gibt Christoph Hemmann aka. Liftier von l´auditeur als Vertreter der 2. Generation seine Sicht der Dinge zum Besten.
Andreas, deinen Namen liest man in letzter Zeit wieder öfter auf Flyern und Plakaten. Hattest du deine Plattenteller im Keller verstaut?
A: Dass ich in letzter Zeit die Plattenteller wieder rausgekramt habe, liegt einfach daran, dass der produzierte Sound im Moment eher dem Grundgerüst meines Geschmacks näher kommt, als jeniger der Jahre während meiner Abstinenz.
Um deine Aussagen zu verstehen, gehen wir der Sache einfach mal etwas auf den Grund. Wann habt ihr euch mit dem Technovirus infiziert? Wie sah die musikalische Landschaft Anfang der 90iger in Gera aus?
A: Die Jugend in Gera stand damals eher auf Hardcore, Metal oder HipHop. Wir kamen so 94/95 rum zum Techno. Während in anderen Städten schon die ersten Clubs am Start waren, sah es damals in Gera eher düster aus.
Im Moment gibt es in Gera Clubs an jeder Ecke. Was waren damals eure Anlaufpunkte um mit Techno in Berührung zu kommen?
A: Die ersten Partys waren eigentlich eher illegal in Selbstregie. Wir sind damals mit Plattenteller und Generator in alte Abrissbuden und haben dort mit Oldschool- Technics die Tresor-Release “Auferstanden aus Ruinen” aufgelegt. Meist endete der Spaß in Behördenstress und dem Hinweis, wir sollen unsere Partys lieber in städtischen Clubs veranstalten. Irgendwann hatten wir dann unseren eigenen Laden im Keplerpark, auch bekannt unter Biox-Ultra.
Christoph, habt ihr euch damals ins gemachte Nest gesetzt oder wie sah dein Einstieg beim Techno aus?
C: Natürlich gab es schon eine vorhandene Szene wenn man das als gemachtes Nest bezeichen will. Aber mein Einstieg zu elektronischer Musik fand eher über House statt. Nach diversen Besuchen in Clubs wie der Muna, hab ich dann irgendwann auch angefangen Platten zu kaufen und sinnloserweise auf dem Plattenspieler meines Vaters zu scratchen. Irgendwann hat sich meine Mutter erbarmt mir das Geld für Technics vorzuschiessen.
Wir reden jetz über die Zeit um 2000 rum. Kamst du mit der ersten Generation von Technoin Gera in Berührung? Wie kam es zu l´auditeur?
C: Mit der Szene in Gera hatte ich Anfangs eher weniger zu tun, unsere Base lag damals in Lessen bei Gera. Beim Rumsitzen “im Dorftreff” kam uns irgendwann der Gedanke, wir müssten auch mal eine Technosause veranstalten. Mit Wallace und Gromit (Marvellouse und Herr Ligg) hatten wir auch gleich das erste Line- Up für unseren “Aga-Rave”. Durch diese Veranstaltung wurde im Endeffekt die Idee l´auditeur geboren – eine Plattform für Leute die gerne Techno veranstalten bzw. auflegen. Immerhin fanden ca. 14 Leute in l´auditeur ein musikalisches Zuhause.
Andreas, als Christoph in Aga erste veranstaltungstechnische Gehversuche unternahm, gehörtest du ja schon zur etablierten DJ-Gemeinde. Wie sah es bei dir um 2000 rum aus?
A: 2000 war das Biox leider schon Geschichte. Die Stadtverwaltung Gera war damals weniger angetan von Technoclubs in ihrem Hoheitsgebiet und trug ihren Teil
zur Schließung bei. Irgendwann kam man dann von Muna-Seite auf mich zu, um das Booking im Technobereich zu planen. Das hab ich so ca 1,5 Jahre durchgezogen. Mittlerweile sind ja schon einige Jahre ins Land gegangen.
Wie würdet ihr die Musik und Partykultur in Sachen Techno und Gera, von Damals mit Heute vergleichen?
C: Elektronische Musik ist sehr populär geworden und heutzutage nennt sich so ziemlich jede Diskothek Club. Techno ist keine Underground mehr, sondern im Mainstream angekommen. Die Überschwemmung des Marktes mit Produktionen ist ein weiteres Indiz dafür.
A: Ich sehe das ähnlich wie Christoph. Durch den massenhaften Konsum von Techno ist die Qualität der Musik und damit die Kultur auf der Strecke geblieben. Wo die Drogen damals zum Techno kamen, ist es Heute eher andersrum. Musik ist nur noch Beiwerk beim abdruffen am Wochenende. Techno kam wie viele andere Sachen aus der Subkultur, eine Weiterentwicklung betrachte ich unter den gegebenen Vorraussetzungen als schwierig.
Wann kann man euch mal wieder in Gera und Umland erleben?
C: Wir legen beide am 13. Juni im Haus der Pioniere auf. Mein Set wird dabei von dem Percussionisten Mitchi Nagler unterstützt. Dazu gibts noch die Pentatones live. Desweiteren wird Andreas bei der 3Essenparty am 4. Juli auf der Mainstage auflegen, wir von l´auditeur kümmern uns dann um die Afterhour an den 3 Schornsteinen.



