Geschrieben von: GeraCity
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24. Mai 2010

Hallo Hannes! Der interessierte Nutzer kann auf deinen Webprofilen lesen, dass du gebürtiger Saarländer bist. Warum hat es dich nach Berlin gezogen?
Hi! Das war vor gut 7 Jahren. Mein Leben befand sich im Umbruch und Berlin schien mir damals der ideale Ort für einen Neuanfang. Als ich dann 3 Wochen nach meiner Entscheidung umzuziehen in meiner neuen Wohnung in Berlin aufwachte, wusste ich, dass ich den richtigen Schritt getan hatte. Daran hat sich bis heute nichts geändert!
Seit 2009 bildest du mit Holger das Duo AKA AKA. Wie ist es dazu gekommen? Wie habt ihr zu einander gefunden?
Das begann an einem schönen Sonntag Nachmittag vor zwei Jahren. Wir spielten beide auf einem Openair und wurden über einen gemeinsamen Bekannten vorgestellt. Dann trafen wir uns immer wieder im Nachtleben und da sprach mich dann Holger drauf an, dass wir uns doch mal zusammen ins Studio setzen könnten. 3 Monate später entstand der erste Track für unsere Debüt EP auf Stil vor Talent.
Als Duo AKA AKA seid ihr viel unterwegs und heiß gefragt. Ob in der Provinz oder in der Partyhauptstadt, wo feiert ihr am liebsten? Da haben wir keine Präferenz. Manchmal gehen wir ohne Erwartung in eine Stadt und kommen dann völlig überwältigt von den Eindrücken zurück nach Berlin. Ein anderes Mal ist das umgekehrt und man ist eher ernüchtert, aber das ist wirklich die Seltenheit. In Berlin haben wir auf jeden Fall unser Clubwohnzimmer gefunden: den Arenaclub, wo wir auch unsere Labelnächte von Burlesque Musique und Pentagonik feiern!
Mit „Woody Woodpecker“ habt ihr eine Clubbombe geschaffen. Wer von euch hatte die Idee zu dem Track? Und wie wirkt der Erfolg auf euch ein? Unsere Ideen zu Tracks kommen gewöhnlich beim Produzieren. Das ist die alte Henne-Ei-Frage. Aber ich wollte schon immer mal was mit einem Didgeridoo machen. Als wir dann die Breakbeats programmierten, merkten wir auf jeden Fall, dass der Track eine ungeheure Kraft entwickelt.
Wir haben den dann sehr ausgiebig im Club getestet und immer weiter an dem Übergang zwischen den verschiedenen Tempo-Party geschraubt. Am Ende war er dann genau so wie wir ihn haben wollten.Am Abend, wo wir dann die finale gemasterte Version getestet hatten, kam dann auch schon die Zusage von Oliver Koletzki für Stil vor Talent.
Wir waren erstmal völlig überrumpelt und haben uns dann erstmal gebührend volllaufen lassen. Dann ging alles ganz schnell: 5 bestätigte Bookings für unseren Liveact, bevor wir einmal aufgetreten sind, Auslandsgigs usw. Ich würde uns beide als recht bodenständige Typen bezeichnen, daher stehen wir dem Erfolg eigentlich recht entspant gegenüber. Höhenflüge hat keiner von uns.
Was wird es demnächst von euch zu hören geben? Wir haben uns die letzten Monate seit unserem 2. Release auf Stil vor Talent Digital aufs Remixen konzentriert (u.a. für Oliver Koletzki, Philip Bader, Niconé, Alex Young, Remute...) und unser 3. Release, das diesmal auch als Vinyl im Juni auf Stil vor Talent erscheint. Da sind wir eine Kollaboration mit UMAMI eingegangen, mit denen wir einen Track für die EP produziert haben: Ich&Du. Die beiden werden auch bald auf unserem Label Burlesque Musique zu hören sein. Darauf und auf die Produktion unseres Albums wollen wir uns 2010 auch hauptsächlich konzentrieren.
Gerade in Zeiten von hochgepuschten Clubs sowie „Dj-Stars“. Was bedeutet elektronische Musik und das Drumherum für Dich? Ist sie wie HipHop zu einem Mainstreamprodukt geworden? Elektronische Musik ist und bleibt ein Nischenprodukt. Wenn man die Sales von DJ-Größen mit denen von Pop- Ikonen vergleicht, muss man ernüchternd feststellen, dass da immer noch Welten zwischen liegen. Und das ist auch gut so. Zwar gab es sicherlich einen Ausverkauf gerade Ende der 90iger, der dann aber wie eine Seifenblase zerplatzte. Seitdem hat sich die Szene mehr oder weniger gesund geschrumpft. In manchen Städten leider schon so sehr, dass sie zu kollabieren droht. Dazu trägt auch bei, dass immer mehr bekannte DJs nach Berlin ziehen und so eine schleichende Zentralisierung der Technoszene geschieht.
Ihr seid ja auch einzeln als Dj’s unterwegs. Was macht deiner Meinung nach das Kernstück eines guten Sets aus? Ich mag es die Crowd auf eine Reise zu schicken, das kann musikalisch dann auch schon mal abwechslungsreich werden, wenn die Leute sich darauf einlassen. Einen guten Spannungsbogen kann man aber auch nur erzeugen, wenn es die Playtime zulässt. Wenn ich ein 90min Set auf dem Timetable sehe, weiß ich schon, dass es dann wohl eher konstant nach vorne gehen muss. Hat auch sein Reiz...
Damit bedanke ich mich für das Interview. Ebenso!
Das Interview führte Sebastian von
Klangacrobatique