„Station 4“ Span. 2003, 100 Min., OmU Regie: Antonio Mercero
Eine Komödie über krebskranke Jugendliche, und das mit dem nötigen Ernst? Eigentlich nicht recht denkbar. Aber dem Spanier Antonio Mercero ist dieses Kunststück gelungen. Er schuf einen Film über krebskranke Jungs und deren Freude am Leben. Miguel, Izan, Dani und Jorge sind schlagfertig, frech, wild – und sie haben Krebs. Gemeinsam leben die 15-jährigen auf der Station 4 des Krankenhauses. Angeführt von dem liebenswerten Großmaul Miguel wollen die durch Chemotherapie kahl gewordenen Freunde nur eins sein - ganz normale Jungs. Manch fieser Arzt wird ausgetrickst, nächtliche Geheimtreffen werden organisiert und sie entdecken die erste Liebe. Heiße Rollstuhlrennen werden zu heimlichen Höhepunkten auf den sterilen Krankenhaus-Fluren. Aber auch schlechte Blutwerte können sie nicht davon abhalten, neue Streiche auszuhecken.
Ohne Sentimentalität, dafür mit einem gehörigen Schuss schwarzem Humor und einem fast beiläufigen Realismus ist „Station 4“ ein sehr bewegender Film, der allein in Spanien mit über eine Million Kinozuschauern sensationell erfolgreich war. Er wurde als bester Film für den spanischen Filmpreis „Goya“ nominiert und erhielt bei Filmfestivals rund um die Welt zahlreiche Preise.
Der Film ist einer jener gelungenen seltenen Fälle einer Komödie über ein todernstes Thema. Er hält immer genau die richtige Balance zwischen Mitgefühl mit den Kranken und der Bewunderung für deren enorme Kraft. Ein souverän inszenierter Film, der das Leben im Angesicht des Todes bejaht und aus den Kranken Jugendlichen keine Opfer macht, sondern sie als selbstbewusste junge Menschen zeigt.